- 09. Oktober 2025
- zurück
- Demokratiebildung
- Gesellschaft
- Neulandsucher Ost/West
Der Beginn einer neuen Förderrunde ist immer mit einer nervösen und freudigen Anspannung verbunden: die frisch ausgewählten Geförderten sind eingeladen zu einer sogenannten „Werkstatt“ im Rahmen des ÜBERLAND Festivals mit anschließender feierlicher Aufnahme. Mit vielen Fragezeichen im Kopf reisen die Neulandsucher und Neulandsucherinnen an: Was passiert während der Werkstatt? Was ist eigentlich das ÜBERLAND Festival und warum muss das unbedingt so weit weg sein? Wer sind wohl die anderen Neulandsucher? Was meinen die wohl mit feierlich?
Wir treffen uns im Atelierhaus auf dem Festivalgelände: Getränke und Häppchen stehen bereit und nach und nach trudeln die Neulandsucher ein. Man merkt ihnen die Anspannung und die teils langen Reisen (aus dem nördlichen Mecklenburg-Vorpommern oder auch dem Schwarzwald) an. Doch wenige Minuten nach der Ankunft herrscht bereits fröhliches und interessiertes Geplapper im Raum.
Zweite Runde Neulandsucher Ost/West mit acht Projekten
In der nachmittäglichen Kennenlern-Werkstatt bekommen die Geförderten einen Einblick in das Programm und haben ausführlich Gelegenheit, sich gegenseitig über ihre Projekte zu berichten. Wir reisen anhand einer großen Deutschlandkarte durch die Bundesrepublik und erfahren ganz nebenbei über verschiedene Lebensrealitäten in den Regionen und über gemeinsame Herausforderungen. Sehr schnell ist für die Neulandsucher klar: ich bin nicht alleine mit meinen Ideen und Herausforderungen, hier kann ich mich austauschen und inspirieren lassen.
Im kommenden Jahr werden die acht Neulandsucher Ost-West ihre Projektideen umsetzen. Sie erhalten dazu 5.000€ zur Umsetzung von Gesprächsformaten oder Ausstellungen, zur Anschaffung von Materialien, für Druckkosten usw. Noch wichtiger als das Geld ist allerdings in diesem Moment auf dem Festival, dass sie sich noch zu einer weiteren gemeinsamen Werkstatt treffen werden – und trotz langer Anreise auch auf dem ÜBERLAND Festival 2026. Darüber hinaus werden von erfahrenen Personen aus dem Neulandgewinner-Netzwerk eine professionelle Begleitung für die Umsetzung ihrer Projekte erhalten.
Wer sind die "Neulandsucher Ost/West" 2025/26?
Die Projekte vernetzen sich
Zurück im Atelierhaus: acht Neulandsucher Ost-West reihen sich hinter der mit Molton verhängten Tür auf. Die Beauftragte der Bundesregierung für Ostdeutschland, Staatsministerin Elisabeth Kaiser, hält eine Laudatio über Engagement in ländlichen Räumen. Einer nach dem anderen werden die Neulandsucher mit ihren Projektvorhaben dem Festivalpublikum vorgestellt. Begleitet durch Musik laufen sie über den draußen liegenden Holzsteg. Dort werden sie empfangen von Elisabeth Kaiser, Thorsten Holzhauser, Geschäftsführer der Stiftung Bundespräsident-Theodor-Heuss-Haus, und Franziska Schubert, Neulandgewinnerin und Fraktionsvorsitzende der Bündnisgrünen im Sächsischen Landtag.
Bewahrer des demokratischen Zusammenlebens
In seiner Willkommens-Rede an die Neulandsucher geht Thorsten Holzhauser auch auf die Veröffentlichung der Publikation „100 Köpfe der Demokratie“ ein, in der sowohl große und bekannte Namen aber auch unscheinbare Persönlichkeiten porträtiert werden, die sich im Namen der Demokratie verdient gemacht haben. Der Vergleich könnte treffender nicht sein: die Neulandsucher Ost-West, so unbekannt sie vielleicht sein mögen, sind selbst „Köpfe der Demokratie“, als Bewahrer und Verteidiger des demokratischen Zusammenlebens. Mit ihren Projekten bringen sie Menschen zusammen, laden ein, neue Perspektiven einzunehmen und eigene Ideen zu entwickeln. Damit gestalten sie unsere Gesellschaft – lokal und direkt vor Ort.